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Die schönsten Grußpostkarten aus alter Zeit

From the: 20.10.2020
Until: 18.11.2020
Organizer:Kreismuseum Herzogtum Lauenburg
AdressDomhof 12
23909 Ratzeburg
Link to Museum : http://www.kmrz[..]
„Die schönsten Grußpostkarten aus alter Zeit“

Es sind ca. 900 Postkarten aus den Jahren von 1890 bis 1918 zu sehen. In dieser Zeit erlebte die Bild-Postkarte einen absoluten Boom. Sie wurden nicht nur als neuartiges Kommunikationsmedium verwendet sondern auch in prachtvoll gestalteten Alben gesammelt.

Handschriftliche Texte des Absenders mussten zunächst auf die Bildseite (!) geschrieben werden, was leider den optischen Eindruck erheblich störte. Die Gegenseite blieb (großzügig bemessen!) ausschließlich postalischen Angaben vorbehalten. Meistens brauchte man gar keinen eigenen Text, denn vorgefertigte Sätze wie „Warum ließest Du mich warten?“ oder „Sei wieder gut!“ auf sog. Spruchkarten boten auch schüchternen Absendern die Möglichkeit zur Kommunikation.

Grußkarten mit Ortsansichten – wie von Ratzeburg, Mölln und Lauenburg – gab es nicht nur mit vorgedruckten Urlaubsgrüßen, sondern auch zu Weihnachten, Neujahr, Ostern und anderen Anlässen. Man nutzte vorgefertigte Standard-Entwürfe, in welche nur die jeweiligen Ortsansichten einkopiert werden mussten. Ob die Motive zur Stadt passten – wie etwa die Meeresmuscheln zu Mölln – war nicht besonders relevant.

Der Erste Weltkrieg (1914-18) bot Anlass zum Versenden von Postkarten-Grüßen der Soldaten aus dem Felde oder an sie dorthin, aber auch zum Austausch witzig gemeinter Postkarten untereinander.

Karten mit erotischen Motiven oder anzüglichen Witzen wurden wohl nur selten verschickt (alle in der Ausstellung gezeigten Karten sind nicht postalisch gelaufen), sondern fanden den Weg in Herrenbrieftaschen.

Karten mit deutlich sichtbarem Ausfall von Silbernitrat beweisen, dass es sich bei den meisten Schwarz-weiß-Karten um echte Fotographien, also Einzelstücke, handelt, die oft von Hand koloriert wurden. Später wurden die meisten Karten als Chromolithographien seriell gedruckt.

Eine ganze Industrie lebte von Herstellung und Vertrieb sog. „Kunstpostkarten“, die nicht etwa bekannte Gemälde abbildeten, sondern serienweise eigens für die Karten gemalte Motive von größtmöglicher „Breitenwirkung“ zeigten. Hunderte solcher Motive malte der Dresdner Akademiekünstler Alfred Mailick (1869-1946).

Am häufigsten wurden Grußpostkarten zum Geburtstag verschickt. In der Zeit zwischen 1890 und 1910 waren Blumenmotive besonders beliebt. Manche Karten sind kleine Kunstwerke des Jugendstils - manche banaler Kitsch. Die Zahl der damals produzierten Motive ist gewaltig.

Neben zahllosen Karten mit Porträts und Darstellungen „namenloser“ Schönheiten, die einfach nur Ausdruck des herrschenden Schönheitsideals waren, gab es auch „Fan-Postkarten“ von berühmten Schauspielerinnen und Schauspielern der jungen Filmindustrie, wie etwa von Henny Porten, die nach dem Krieg in Ratzeburg gelebt hat und von der mehr als 800 unterschiedliche Postkartenmotive bekannt sind.
di-so 10-13/14-17
Geschlossen: 24.-26.12., 31.12., 1.1.