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Gottorfer Globus und Barockgarten
Schloss Gottorf
24837  Schleswig

Tel.:
Fax: 04621/813-555
E-Mail: info@schloss-gottorf.de

Öffnungszeit

1. April - 31. Oktober: Mo-Fr 10-17, Sa-So 10-18
Während der Wintermonate sind das Globushaus und der Barockgarten geschlossen.

Die Blütezeit der Gottorfer Residenz ist eng verbunden mit dem ehrgeizigen Plan Herzog Friedrich III., nördlich der Schlossinsel einen Terrassengarten anlegen zu lassen: das Neue Werk.
Herzog Friedrich III. ließ ab 1637 einen neuen Garten anlegen, das Neue Werk wie er in historischen Quellen genannt wird. Er war der erste Terrassengarten italienischen Zuschnitts in Mitteleuropa, in dem sich manieristisches und frühbarockes Gedankengut manifestierte. Der Garten, mit dessen Anlage der Hofgärtner Johannes Clodius (1584-1660) betraut worden war, bestand zunächst nur aus Herkulesteich, ebenerdigem Parterre, in dessen Zentrum ein oktogonaler Pavillon stand, und einer höhergelegenen Gartenterrasse. Um 1650 wurde im Scheitel einer halbrunden Böschungsmauer ein prächtiges Lusthaus in Formen der Spätrenaissance errichtet, in dem der Gottorfer Globus aufgestellt wurde, ein riesiger Erdglobus, der in seinem Innern das frühestes bekannte Planetarium barg. Unter Friedrichs Sohn Herzog Christian Albrecht wurde der Neuwerkgarten ab 1660 um vier Terrassen nach Norden erweitert und zu einem Barockgarten ganz im Sinne absolutistischen Denkens überformt. Auf der höchsten Terrasse ließ Christian Albrecht schließlich ein weiteres Lusthaus, die Amalienburg, als point de vue errichten.

Die Gartenpracht währte leider nur kurze Zeit. Im Großen Nordischen Krieg (1700-1721), den u.a. Herzog Karl Friedrich von Schleswig-Hollstein-Gottorf gegen die dänische Krone führte, unterlagen die Gottorfer ihren nördlichen Nachbarn. Schloss Gottorf und seine Gärten wurden zur Residenz des Dänischen Statthalters. Als Dank für militärischen Beistand während des Krieges machte die dänische Krone Zar Peter I. von Russland den berühmten Gottorfer Globus zum Geschenk.
Mit dem Abtransport des Globus und der damit verbundenen Zerstörung des Globushauses im Jahre 1713 war das Schicksal des Gartens besiegelt. Schon unter der Regierung des dänischen Statthalters wurde der Garten zurückgebaut, das Wasserspiel vereinfacht. Doch erst als Schloss Gottorf 1864 zur preußischen Garnison umfunktioniert wurde, gab man den Garten in seiner zierenden Funktion endgültig auf. Die Terrassenanlage des einst prächtigen Barockgartens diente der preußischen Garnison als Reitplatz.

In den Jahren von 2001 bis 2007 wurde das Parterre der barocken Gartenanlage nach historischen Plänen rekonstruiert. Auch der weltberühmte Gottorfer Globus, das wahrscheinliche früheste Planetarium, das wir kennen, wurde nachgebaut und wird seit 2005 in einer modernen Architektur ausgestellt.