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"Nach dem Übungsschießen der deutschen Kriegsschiffe in der Kieler Bucht: Die Granatenfischer bei der Arbeit."
Objektbezeichnung:
Grafik
Datierung:
1927 - 1927
Maße:
382 x 540 mm; Motiv: 292 x 480 mm
Technik:
Farblithographie
Sachgruppe:
Manöver
Militaria
Kriegsschiffe
Marinemalerei
Zwischenkriegszeit / 2. Weltkrieg
Bereitstellende Institution:
Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum - Stadtmuseum Warleberger Hof
Die Abbildung zeigt Laboer Fischer nach dem Übungsschießen beim Bergen der Übungsgranaten. Das Fischen nach Granaten war für viele Fischer ein wesentlich ertragreicheres Geschäft als ein Fangzug nach Seefischen. Es lohnte sich vor allem, wenn es den Fischern gelang, möglichst große Granaten an Land zu ziehen. Erläuternder Text zu der Abbildung: "Sobald ein Übungsschießen der deutschen Krieggschiffe in der Kieler Bucht beendet ist, werden die ohne Zünder abgefeuerten wertvollen Granaten, die in der Nähe eines völlig veralteten, als Zielscheibe verankerten, rostbedeckten und schon arg zerschossenen Panzerschiffs auf Grund gegangen sind, von den in Labö beheimateten Fischern mittels Tauchern wiederaufgefischt und gegen eine von der Marine festgesetzte, der Granatengröße entsprechende, gute Entschädigung zu neuer Verwendung zurückgebracht. Jedes der Fischerboote, die sich an diesem zwar nicht häufigen, aber ertragreichen Fischzügen beteiligen, hat einen Taucher und die notwendige Bedienungsmannschaft an Bord. Den Fischern liefert die Marine die wertvollen Taucherausrüstungen. Die auf einem Anker sitzenden Taucher werden von den Booten über den Grund des Schußfeldes geschleppt, die Granaten mittels einer vom Taucher befestigten Greifzange von den Fischern an Deck geheißt und verstaut. Da die Wassertiefe etwa 6-7 m beträgt, kann der Taucher die Granaten auf dem Sandboden leicht sehen. Bei dem raschen Durcheinanderfahren der Boote ist für den Steuermann des Bootes große Geschicklichkeit erforderlich, um das Boot und den am Grunde arbeitenden Taucher aus dem Knäuel zu bugsieren. Es ist die wahre Jagd nach den Granaten, nach dem damit verbundenen Gewinn, und freudig kehren die mit reicher Beute beladenen Boote an Land zurück. Jedenfalls ist für die Boote, die das Glück hatten, viele großkalibrige Granaten zu fischen, der Ertrag größer als ein Fangzug nach Seefischen. Zudem wird das wertvolle Granatenmaterial erhalten und bleibt gebrauchsfähig." Vermutlich weilte Bergen 1926 zu einem Studienaufenthalt an der Kieler Bucht in Laboe, wo das Bild entstanden sein könnte, zumindest aber dürfte Bergen aus dieser Zeit das Motiv haben, welches er dann in das Temperagemälde übertrug. Nach dem 1. Weltkrieg und dem Ende des deutschen Kaiserreiches waren die Bedingungen für die Marinmaler äußerst schlecht. Ihr wichtigster Förderer war ins Exil gegangen und mit der Selbstversenkung der deutschen Hochseeflotte in Scapa Flow im Juni 1919 existierte keine deutsche Kriegsflotte mehr und damit fehlten den Malern auch die Motive. Die kleine, sich im Aufbau befindliche Flotte der Reichsmarine bot kaum ein Betätigungsfeld. Erst 1927 kam es in der Swinemünder Bucht zur ersten Flottenschau der Reichsmarine. Das als Zeitschriftenillustration reproduzierte Gemälde Bergens thematisiert zwar ein Manöver der Marine, dargestellt sind aber die Fischer beim Granatenfischen, wodurch das Bild unverfänglich ist.
Inventarnummer:
31 o/2001
Signatur(en):
Signatur: Druckplatte beschriftet: (Signatur unten links auf der Druckplatte: "Claus Bergen"; Beschriftung unter der Abbildung: "Nach dem Übungsschießen der deutschen Kriegsschiffe in der Kieler Bucht: Die Granatenfischer bei der Arbeit.")
In Portal übernommen am:
2025-11-14T14:05:54Z
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