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Wassernixe

Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf CC BY-SA 4.0
Objektbezeichnung:
Skulptur
Datierung:
1925
Maße:
Gesamt: Höhe: 172 cm; Breite: 51 cm; Tiefe: 49 cm; Gewicht: 360 kg
Material:
Marmor
Technik:
Steinbildhauerei
Bereitstellende Institution:
Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf
Die weibliche Figur aus Cararra-Marmor von dem Bildhauer Adolf Brütt (1855–1939) war 1925 ursprünglich als Brunnenfigur für das Haus Felicitas in Berchtesgaden geschaffen worden. In seiner Autobiographie beschreibt Brütt den Brunnen wie folgt: „Der Brunnen bestand aus einer weiblichen nackten Mittelfigur auf gelbem Marmorsockel in einer Nische von Goldmosaik und zwei Wassernixlein“. Während diese Nixenkinder zu ihren Füßen, aus deren Mund der Wasserstrahl sprudelte, Fischflossen hatten, ist die junge Frau nicht als Wasserwesen dargestellt. Das Bewegungsmotiv und ihre geschlossenen Augen erwecken die Vorstellung einer aus den Fluten emporsteigenden Figur. Aus ihrem streng gescheitelten Haar geht übergangslos ein bodenlanger Mantel hervor, der den Körper in schweren Falten hinterfängt. Hier erfährt das Strömen das Wasser eine bildliche Umsetzung, zugleich begründet der Mantel die formale Geschlossenheit der Skulptur und eröffnet den Assoziationsraum zu einer märchenhaft-mythischen Wasserwelt. Die fließenden Linien und formale Reduktion sind kennzeichnend für Brütts Spätwerk und den Einfluss des Jugendstils.
Die Steinarbeit wurde von Brütt eigenhändig ausgeführt. Als der Brunnen aufgegeben wurde, kamen die Figuren einzeln in den Kunsthandel. Im Werkverzeichnis von Steckner 1989 (Nr. 333) ist die Figur noch als „nicht erhalten“ angegeben.

Adolf Carl Johannes Brütt wurde 1855 in Husum geboren und in Kiel zum Steinmetz ausgebildet und studierte an der Akademie der Künste Berlin. Mit erzählerischen Bronzen wie dem Fischer („Gerettet“, 1887, jetzt in Flensburg), der „Eva“ (Skulpturenpark, s. Inv.-Nr. 1916-143) oder der „Schwerttänzerin“ vor dem Rathaus Kiel hatte er bald internationalen Erfolg. Ab 1902 wirkte er in seiner Geburtsstadt Husum und schuf in erster Linie Denkmäler und Bismarck-Standbilder für verschiedene Orte in Schleswig-Holstein. Brütt suchte nun die Abkehr vom Historismus und fand, u.a. inspiriert durch Rodin, zu einer neuen Formensprache. 1905 berief ihn sein Freund Hans Olde zum Aufbau des Neuen Weimar als Professor für Bildhauerei an die Weimarer Kunstschule, wo er zusammen mit seinen Schülern u.a. die Marmorreliefs von Dichtern und Musikern in der Eingangshalle des 1908 eröffneten neuen Hoftheaters schuf. 1906 schuf Brütt die Reliefs zum Leben Kaiser Wilhelms am Turm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, 1909 das Marmor-Portrait von Theodor Mommsen im Ehrenhof der Humboldt Universität Berlin. 1915 schuf er eine Porträtbüste aus Marmor von Hans Olde (Inv.-Nr. 1967-2410). Adolf Brütt starb am 6. November 1939 in Bad Berka/Thüringen.
Inventarnummer:
1994-17
Signatur(en):
signiert und datiert
Wo: Plinthe rechts
Was: A. BRÜTT 1925
Schlagworte:
stehender weiblicher Akt
stehende Figur
Sagen und Märchen
In Portal übernommen am:
2026-01-30T16:20:42Z

Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf

Schlossinsel 1, 24837 Schleswig

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