Back to item search | Add to album |
|
|
![]() ![]() ![]() ![]() |
Großherzogin Cäcilie von Oldenburg |
Das Porträtgemälde zeigt Cäcilie von Schweden (1807-1844) wohl anlässlich Ihrer Hochzeit mit Paul Friedrich August Großherzog von Oldenburg (1783-1853) im Jahr 1831. Die gerade 24-jährige Großherzogin steht vor einer dunkelgrünen, aufwendigen Draperie. Mit ihrem harmonisch oval geschnittenen Gesicht, den großen braunen Augen und dem sanften Lächeln entspricht die junge Großherzogin völlig dem weiblichen Idealtyp ihrer Zeit. Spannung entsteht durch den Gesichtsausdruck, in den der Künstler Ruhe, Gelassenheit und ein wenig Melancholie legt. Diese Stimmung steht durchaus im Kontrast zum ehrfurchtgebietenden Auftritt der Landesmutter in offizieller Hofrobe und prächtigem Schmuck. Das tief ausgeschnittene Mieder der aufwendigen Robe lässt die ideal gerundeten Schultern der jungen Frau vollständig frei, es liegt eng an und läuft an der hohen Taille spitz zu. Der Rock, wie das Mieder in weißer schimmernder Seide wiedergegeben, fällt vorne in einer weichen Rundung herab. Im Interesse liegt hier weniger, die schlanke Silhouette der jungen Frau hervorzuheben, als die Möglichkeit einer baldigen Schwangerschaft zu suggerieren. Seitlich ist eine scharlachrote Schleppe an das Mieder angesetzt. Der soweit eher traditionelle Schnitt der Hofrobe erhält mit den Ärmeln einen starken modischen Akzent. Gleich unterhalb der Schultern halten zwei große weiße Schleifen eine transparente Netzspitze die, vorne offen, über die Ellenbogen herabfällt. Solche Ärmel aus transparentem Gewebe sind typisch für die frühen 1830er-Jahre. Eine feine Stickerei akzentuiert das durchweg glatte Gewebe des Kleides mit Fruchtbarkeit verheißenden goldenen Weinranken und Weintrauben. Sie ranken sich am Mieder entlang, folgen den Kanten der Schleppe und sind über die Ärmel gestreut. In verkleinerter Form bilden sie auch die Schmuckkante des Dekolletees. Doch nicht allein das suggestive Hofkleid, auch der reiche Schmuck weisen darauf hin, dass es sich um ein Ehebildnis handelt: Cäcilie trägt eine auffällige Tiara in Form einer Rosenranke. Blüten und Blätter bestehen aus hunderten in Silber gefassten Diamanten. Diese Tiara findet sich auch auf einem 1836 entstandenen Porträt von Cäcilies Stieftochter Amalie von Oldenburg, die sich unmittelbar zuvor mit Otto I. von Griechenland verheiratet hatte. Es handelt sich daher wohl um ein Familienschmuckstück der Oldenburger, das möglicherweise insbesondere anlässlich von Hochzeiten Verwendung fand. Hinzu kommen Ohrringe aus großen Birnenperlen mit Diamantentourage sowie ein üppiges Diamantcollier. Hier wechseln sich je drei Diamanten im Kissenschliff mit einem großen, oval geschliffenen Diamanten in Perlenentourage ab. Bescheidener nimmt sich die Armspange aus dunkel emailliertem Gold am linken Arm aus sowie drei schmale, mit kleinen Steinen besetzte Goldreifen am linken Ringfinger. Die geschmückte Hand trägt einen mit chinoisen Motiven verzierten geschlossenen Fächer. Am rechten Handgelenk trägt Cäcilie hingegen ein prächtiges Armband aus mehreren Perlschüren, geschlossen mit einem großen Medaillon. Hier wäre ein Porträt oder ein Monogramm des Ehemannes zu erwarten, das in der Porträtkopie jedoch fehlt. Das Originalbildnis stammt vom Karl Baumbach (1794/95-1860), es zeigt Cäcilie in etwas größeren Bildausschnitt. 1852 befand sich dieses Bild im Wohnzimmer ihres damals bereits verwitweten Ehemannes Großherzog Paul Friedrich August. Es ist auf einem Zimmeraquarell des Oldenburger Theatermalers Theodor Presuhn d. Ä. (1810-1877) zu sehen. (Landesmuseum Oldenburg LMO 28.094d) Über den Verbleib dieses Porträts ist nichts bekannt. Allerdings befindet sich in der schwedischen Nationalgalerie eine weitere Version von Baumbachs Porträt der Cäcilie, daneben ein Porträtpendant von Großherzog Paul Friedrich August. Erst viele Jahre nach Cäcilies frühem Tod 1844 bestellte ihr Stiefsohn Nikolaus Friedrich Peter 1886 das vorliegende Porträt als verkleinerte Kopie. Der Künstler war August tom Dieck (1831-1893), auf den vermutlich mehrere Gemäldekopien in der Eutiner Sammlung zurückgehen. Sehr wahrscheinlich war der Aufbau dynastischen Porträtgalerie auf Schloss Eutin damals bereits das Ziel, denn das Bildnis wurde direkt von Oldenburg nach Eutin überwiesen. (Sophie Borges 2025) ------------------------------------------- zur Biographie Prinzessin Cäcilie von Schweden lebte nach der Trennung ihrer Eltern 1812 zusammen mit ihren Geschwistern in Bruchsal bei ihrer Mutter, der Markgräfin Amalie von Baden. Im Alter von 24 Jahren wurde sie die dritte Ehefrau des Großherzogs Paul Friedrich August von Oldenburg. Die Melodie der Hymne „Heil Dir O Oldenburg“, die noch heute bei offiziellen Anlässen in Oldenburg gespielt wird, geht auf eine Komposition der Großherzogin zurück. Inventory Number: SSE78 Photographer: Ina Steinhusen Image rights: Stiftung Schloss Eutin |
Name des Museums
Titel des Bildes
Titel des Bildes